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Robert J. Zydenbos
ist geboren in Toronto/ Kanada und studierte indische Philosophie und
Drawidologie in Utrecht (Holland), und indische Sprachen und Religionen
in Heidelberg (Deutschland). Er lehrte an Universitäten in
Deutschland, Indien und Kanada. Derzeit hat der Mitbegründer des
Manya Verlags München eine Professur für moderne Indologie an
der Ludwig-Maximilians-Universität in München inne. Die Forschungsschwerpunkte des kanadisch-niederländischen Indologen, Philosophen und Drawidologen sind zeitlich gesehen modernes und klassisches Indien, thematisch Religion und Philosophie, regional der südindische Staat Karnataka. Dabei hat er sich besonders mit dem Jainismus, dem Madhvaismus, und dem Virashaivismus befaßt. Von den unzähligen Sprachen, die er im Laufe seines Leben sprechen und lesen gelernt hat, lehrt er derzeit nur Sanskrit, Kannada und Tamil. Auswahlbibliographie: Jainism Today and its Future. Manya Verlag, München 2006. The Calf Became An Orphan. A study in contemporary Kannada fiction. Institut français de Pondichéry / École française d'Extrême-Orient, Pondicherry 1996. Moksa in Jainism, according to Umâsvâti. Fr. Steiner Verlag, Wiesbaden 1983 (Beiträge zur Südasien-Forschung, Südasien-Institut, Universität Heidelberg. Band 83). |
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Eva-Maria Glasbrenner, geboren in
München/ Deutschland, ist Philosophin, Religionswissenschaftlerin
und Indologin. Die Gründerin des Manya Verlags München
schreibt derzeit an ihrer Dissertationschrift (Anubhava. Der Begriff
der mystischen Erfahrung im Virashaivismus). Außerdem arbeitet
sie als Sanskrittutorin an der Ludwig-Maximilians-Universität
München. Ihre Forschungsinteressen sind indische Philosophie und Religion, vor allem Hinduismus, Shivaismus, Tantrismus und Jainismus, sowie indische Kunst und Religionsästhetik. Auswahlbibliographie: Götterplakate – ein Phänomen des modernen Brahmanismus. In: Hochglanzgötter. Plakate hinduistischer Gottheiten im modernen Indien. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung. Hrsg. zus. mit Wolfgang Stein. Staatliches Museum für Völkerkunde: München 2000, S. 9-16. Tanz in der sudanesischen Bruderschaft Tariqua Burhaniya – Beschreibung einer Hadra. In: Acta Orientalia, Vol. 62/ 2001, S. 81-91. Das Geschenk als Fluch. Die Mitgiftproblematik im modernen Indien. In: Geschenkte Welten. Schätze aus der Ferne. Hrsg. von Anka Krämer de Huerta. Staatliches Museum für Völkerkunde: München 2003, S. 45-51. |
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Shivamurthy Shivacharya Mahaswamiji
ist das höchste religiöse Oberhaupt (jagadguru, "Weltenlehrer") der
Virashaivas oder Lingayatas. Der Virashaivismus ist eine philosophisch
bedeutende shivaitische Religion, die ihre meisten Anhänger (ca.
15 Millionen) im südindischen Staat Karnataka hat. Diese besondere
monistische Weltanschauung zeichnet sich dadurch aus, daß sie die
religiöse Erfahrung ins Zentrum ihres Denkens und Handelns stellt.
Das äußert sich einerseits in einem faszinierenden
metaphysischen Konzept, das Geist und Materie als
Aggregatzustände einer einzigen Wirklichkeit - Shiva -
beschreibt, und einer einmaligen, sonst nirgends beschriebenen
6-Stufen-Konzeption des Erkenntnis- und Erlösungsweges (shatsthalasiddhanta). Aber auch die
sozio-politische Wirklichkeit profitiert von dieser Einstellung: Die
virashaivitische Ethik lehnt das Kastensystem und die Diskriminierung
der Frau seit seiner Entstehung im 12. Jahrhundert ab, und zeichnet
sich durch eine produktive Arbeitsmoral aus: kelasave kailasa, heißt es in
der Kannada-Sprache, die Arbeit ist der Himmel. Shivamurthy Shivacharya Mahaswamiji, der selbst aus einer einfachen Bauernfamilie stammt, wurde wegen seiner hervorragenden Intelligenz, seines musikalischen Talents und seiner Kreativität, aber auch gerade wegen seiner großen Bescheidenheit, Empathiebegabung und charismatischen Würde auf den höchsten Thron der Virashaivas berufen. Von seinem Zentrum in Sirigere, dem Kloster Sri Taralabalu Jagadguru Brihanmatha, führt er seine religiöse Gemeinschaft und überrascht mit seiner gekonnten Balance aus Tradition und Weltoffenheit nicht nur seine indischen Glaubensanhänger und Bewunderer. Shivamurthy Shivacharya Mahaswamiji ist nicht nur für seine großangelegten Bildungsprojekte (mehrere hundert Schulen und Colleges) und ökologischen Projekte zur Wiederbegrünung der wüstenhaft gewordenen Region bekannt, sondern auch für seine Computerprojekte (z.B. die Digitalisierung des wichtigsten indischen Sanskrit-Grammatikers Panini) und seine Auseinandersetzung mit den Religionen und Kulturen der ganzen Welt. Er selbst studierte nach seiner Promotion an der Universität von Kashi Indologie im österreichischen Wien, der damaligen Hochburg indischer Philosophie. In seiner Funktion als Jagadguru charterte er ein Flugzeug und reiste sechs Wochen lang mit Bauern aus einfachster Herkunft durch die Welt - als Weltenlehrer einer großen Religion wollte und will er auch die Welt und ihren Pluralismus kennenlernen und diese Erfahrung mit möglichst vielen Menschen teilen. Auswahlbibliographie: A Critical Study of the Suta-Samhita. A Thesis submitted to the Banaras Hindu University. Department of Sanskrit and Pali, Faculty of Arts. Banaras Hindu University, Varanasi 1976. Hoffnungen und Enttäuschungen des interreligiösen Dialogs, Sri Taralabalu Jagadguru Brihanmath, Sirigere (Indien) 1991. (Nachdruck von: Hoffnungen und Enttäuschungen des interreligiösen Dialogs, in: Dialog der Religionen, Zweimonatsschrift (Heft 1), Christian Kaiser Verlag, S. 73-82). Hindu Visions of Global Peace. Sri Taralabalu Jagadguru Brihanmath, Sirigere (Indien) 1994 (2. edition). |
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Shantinath Desai (1929 bis 1998)
gehört zu den wichtigsten indischen Schriftstellern der Moderne.
So zählt er zu der belangreichen Navya-Bewegung, der großen
Erneuerungsbewegung der Kannada-Literatur nach der indischen
Unabhängigkeit. Vor 1947 war moderne indische Literatur entweder
von freiheitskämpferischem Patriotismus oder der Flucht in
romantische Traumwelten gekennzeichnet. Nach einer kurzen Phase der
marxistisch geprägten sozialkritischen Literaturproduktion
(Pragativada) um die Zeit der Unabhängigkeit, entstand Navya: Als
besonderes Merkmal der Navya-Bewegung kann der individualistische Zug
und die Inspiration durch europäische Vorbilder gelten -
insbesondere der Einfluß von der Philosophie des Existentialismus
und der Psychoanalyse. Obwohl er auch die englische Sprache sehr gut beherrschte, verfaßte der Romancier all seine Werke in seiner südindischen Muttersprache Kannada. Zu seinen einflußreichsten Werken zählt neben Vikshepa ("Aus der Bahn geworfen", der bald in englischer Übersetzung im Manya Verlag erscheint), sein erster Roman Mukti ("Erlösung"), Bija ("Der Keim"), und der erst posthum erschienene Roman Om Namo ("Verehrung sei..."), zu dem rezent im indischen Fernsehen sogar eine gleichnamige Serie erschienen ist. Daneben umfaßt das Werk Desais zahlreiche Kurzgeschichten und Essays. Shantinath Desai war Professor für Anglistik in der Universität Kolhapur (Maharashtra), und später der erste Rektor der neu gegründeten Kuvempu-Universität in Shimoga (Karnataka). Vikshepa. Manya Verlag, München 2009. |